Ärzteteam beim Aufbau neuer Intensivbetten in Tigray
    Infrastruktur

    Gemeinsam Leben retten – mit Aid Pioneers in Tigray

    © The Tigray Regional Health Bureau

    Wieder Hoffnung schenken, wo der Krieg alles zerstört hat

    Gemeinsam helfen – für eine bessere medizinische Zukunft

    Gemeinsam erreichen wir mehr. Unter diesem Leitgedanken arbeitet die KASTEN-MANN Stiftung seit Jahren mit Partnerorganisationen zusammen, um Menschen in Äthiopien schnell und wirksam zu helfen.

    Eines unserer aktuellen Projekte ist die Unterstützung von Aid Pioneers e.V., einer beeindruckenden Organisation, die weltweit in Krisengebieten im Einsatz ist – von medizinischer Versorgung bis hin zum Aufbau nachhaltiger Solarinfrastruktur.

    Den Kontakt verdanken wir meinem Lionsfreund Julian aus dem Lions Club Pariser Platz in Berlin, der als Gründer von Aid Pioneers uns mit seiner Begeisterung für seine Hilfsprojekte sofort angesteckt hat. Schon nach unserem ersten Gespräch war klar: Hier können wir gemeinsam wirklich etwas bewegen.

    Wiederaufbau der Intensivmedizin in Tigray

    Hilfsgüterlieferung der Aid Pioneers in Tigray
    © The Tigray Regional Health Bureau – Hilfsgüterlieferung der Aid Pioneers

    Im Norden Äthiopiens, in der Region Tigray, leben rund 5,2 Millionen Menschen, die bis heute unter den Folgen des verheerenden Bürgerkriegs leiden, der Ende 2020 ausbrach und zwei Jahre anhielt.

    Die medizinische Infrastruktur ist nahezu zusammengebrochen – nur etwa 3 % der Krankenhäuser sind derzeit voll funktionsfähig. Schwerkranke Patientinnen und Patienten haben kaum Zugang zu lebensrettender Intensivversorgung.

    Genau hier setzt Aid Pioneers an – und wir dürfen sie dabei unterstützen. Gemeinsam helfen wir beim Wiederaufbau der Intensivstationen in den regionalen Krankenhäusern. Dafür werden Intensivbetten, Inkubatoren, Wärmebettchen, Verbandsmaterial und Medikamente benötigt.

    Unser Beitrag

    Die KASTEN-MANN Stiftung übernimmt in diesem Jahr die Logistikkosten für zwei Hilfscontainer mit jeweils 20.000 Euro – also insgesamt 40.000 Euro für Transport, Verschiffung und Verteilung. Der Warenwert der medizinischen Güter in jedem Container liegt dabei in der Regel bei rund 400.000 Euro. So entsteht aus vergleichsweise geringen Logistikmitteln ein Vielfaches an konkreter Hilfe – dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

    Mittlerweile werden elf Hospitäler mit Ausrüstung versorgt. Fünf von ihnen können nun erstmals in ihrer Geschichte intensivmedizinische Behandlungen anbieten. 44 neue Intensivbetten sind bereits im Einsatz – und jedes einzelne bedeutet eine neue Chance auf Leben.

    Operationssaal in einem Krankenhaus in Tigray mit neu gelieferten medizinischen Geräten
    Operationssaal in Tigray – ausgestattet mit Geräten aus den Hilfscontainern (© Aid Pioneers)
    Ärztin mit neuem Inkubator für Frühgeborene in einem äthiopischen Krankenhaus
    Ein neuer Inkubator rettet das Leben von Frühgeborenen – im Einsatz in Tigray (© Aid Pioneers)

    Interaktive Karte: Wohin geht die Hilfe?

    Sehen Sie auf einer interaktiven Karte, in welche Krankenhäuser in Tigray die Intensivbetten, Inkubatoren und medizinischen Geräte aus unseren Containern geliefert wurden.

    Karte öffnen

    Von Boston bis Tigray – der Weg der Hilfsgüter

    Damit aus einer Spende tatsächlich gelebte Hilfe wird, steckt hinter jedem Container eine logistische Meisterleistung. Medizinische Geräte, Klinikbetten und Verbrauchsmaterialien werden bei Partnern wie Project C.U.R.E. in den USA gesammelt, sortiert und für den Transport nach Äthiopien vorbereitet.

    Beladener Hilfscontainer am Verteilzentrum in Boston, USA
    Verladung eines Hilfscontainers in Boston, USA – Start einer langen Reise nach Äthiopien (© Aid Pioneers / Project C.U.R.E.)

    Jeder Container wird sorgfältig nach den Bedarfslisten der äthiopischen Krankenhäuser zusammengestellt. Auf diese Weise erhalten die Kliniken in Tigray genau das, was sie für die tägliche Arbeit dringend brauchen – vom OP-Sieb bis zur Endoskopie-Einheit.

    Ankunft in Äthiopien – auspacken, prüfen, verteilen

    Lager in Äthiopien voller medizinischer Hilfsgüter aus dem Hilfscontainer
    Eingang der Hilfsgüter im Zentrallager in Äthiopien – Betten, Geräte und Verbrauchsmaterial warten auf die Verteilung (© Aid Pioneers)

    Nach Wochen auf dem Seeweg erreichen die Container das Zentrallager in Äthiopien. Hier beginnt die nächste, ebenso wichtige Etappe: jedes Päckchen wird inventarisiert, geprüft und den Bedürfnissen der einzelnen Krankenhäuser zugeordnet. Lokale Mitarbeitende von Aid Pioneers koordinieren die Verteilung gemeinsam mit dem Tigray Regional Health Bureau.

    Lokale Mitarbeitende von Aid Pioneers sortieren Hilfsgüter in Äthiopien
    Lokales Team beim Sortieren und Kommissionieren der Hilfsgüter für die Kliniken in Tigray (© Aid Pioneers)

    Was uns als Stiftung besonders wichtig ist: Hilfe bedeutet nicht nur Geräte zu liefern, sondern auch Verantwortung vor Ort zu stärken. Aid Pioneers setzt konsequent auf lokale Teams, die das Material prüfen, den Transport in die Regionen organisieren und die Inbetriebnahme begleiten.

    Techniker prüft eine STORZ-Endoskopieeinheit aus dem Hilfscontainer
    Funktionsprüfung einer hochwertigen Endoskopieeinheit, bevor sie an ein Krankenhaus übergeben wird (© Aid Pioneers)

    So wird sichergestellt, dass die Geräte nicht im Lager verstauben, sondern dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden – in den Operationssälen, Intensivstationen und Geburtshilfeabteilungen der Krankenhäuser in Tigray.

    Eine Geschichte, die Hoffnung gibt: Amete Gebrehans

    „Ich bin am Leben und dankbar, mein Baby in den Armen zu halten." – Amete Gebrehans

    „Ich kam aus meinem Dorf in Tigray zum Ayder Comprehensive Specialized Hospital, um mein Baby zur Welt zu bringen. Während der Geburt kam es zu unerwarteten Komplikationen, die mein Leben gefährdeten. Ich wurde sofort auf die Intensivstation verlegt, wo ich lebensrettend behandelt wurde. Ohne die neuen Betten, die dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt wurden, hätte ich es nicht überlebt, um mein Kind zu sehen."

    Diese Worte stammen von Amete Gebrehans, einer 25-jährigen Mutter aus Tigray. Nach einer komplizierten Geburt wurde sie vom Yechila Primary Hospital in das Ayder Comprehensive Specialized Hospital überwiesen – mit der Diagnose einer postpartalen Lungenembolie, einer lebensbedrohlichen Komplikation nach der Entbindung.

    Dank der neu eingerichteten Intensivstation konnte Amete stabilisiert und behandelt werden. Heute hält sie ihr Baby in den Armen – lebendig, dankbar und voller Hoffnung.

    Solche Geschichten zeigen, dass unsere Hilfe nicht abstrakt ist. Sie bedeutet: ein gerettetes Leben, ein gesundes Kind, eine Familie, die wieder eine Zukunft hat.

    Gemeinsam Zukunft gestalten

    Dieses Projekt ist ein starkes Beispiel dafür, was entsteht, wenn Menschen und Organisationen zusammenstehen – über Kontinente hinweg, mit Herz und Entschlossenheit.

    Als KASTEN-MANN Stiftung sind wir dankbar, Teil dieses Projekts zu sein und gemeinsam mit Aid Pioneers konkrete Hilfe leisten zu können.

    Wir werden weiterhin Verantwortung übernehmen, Brücken bauen und dort handeln, wo andere längst aufgegeben haben. Denn Hilfe ist dann am stärksten, wenn sie von Herzen kommt – und viele Herzen gemeinsam schlagen.

    Mehr erfahren

    Mehr über die Zusammenarbeit mit Aid Pioneers und Project C.U.R.E. erfahren Sie unter: www.aidpioneers.org & projectcure.org